Regelschmerzen haben ein besonderes Talent dafür, einen völlig normalen Tag in eine Wärmflasche-unter-der-Bettdecke-Situation zu verwandeln. Und wenn deine Gebärmutter mal wieder ihren monatlichen Aufstand probt, hat das Internet jede Menge Vorschläge parat, was du jetzt angeblich trinken solltest.
Kamillentee. Ingwertee. Fencheltee. Pfefferminztee. Himbeerblättertee. Vielleicht noch irgendetwas mit zwölf Kräutern, einer bestimmten Mondphase und einer Tasse mit der Aufschrift Sprich mich nicht an.
Aber welcher Tee ist bei Regelschmerzen tatsächlich sinnvoll?
Die Antwort ist etwas weniger spektakulär, als Social Media uns glauben machen möchte: Es gibt nicht den einen Kräutertee, der nachweislich der „beste Tee gegen Regelschmerzen“ ist. Einige Pflanzen wurden im Zusammenhang mit Menstruationsbeschwerden wissenschaftlich untersucht, doch Umfang und Qualität der Evidenz unterscheiden sich erheblich. Und ganz wichtig: Eine Studie über einen Pflanzenextrakt, eine Kapsel oder eine andere Zubereitungsform sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was eine Tasse Kräutertee bewirkt.
Also: Wasserkocher an. Schauen wir uns an, was hinter einigen der meistdiskutierten Kräutertees bei Regelschmerzen steckt und welche Pflanzen traditionell mit der Menstruation in Verbindung gebracht werden.
Erst einmal: Warum entstehen Regelschmerzen?
Regelschmerzen, medizinisch als Dysmenorrhoe bezeichnet, sind sehr häufig. Von einer primären Dysmenorrhoe spricht man, wenn die Schmerzen während der Menstruation auftreten, ohne dass eine andere Erkrankung im Beckenbereich die Ursache ist. Auch das deutsche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) verwendet „Dysmenorrhoe“ als medizinischen Begriff für schmerzhafte Regelblutungen.
Während der Menstruation spielen sogenannte Prostaglandine bei den Kontraktionen der Gebärmutter eine Rolle. Eine höhere Prostaglandinaktivität wird mit stärkeren Kontraktionen und Schmerzen in Verbindung gebracht. Das hilft zu erklären, warum gerade die ersten ein bis zwei Tage der Periode ziemlich unangenehm sein können.
Das ist auch einer der Gründe, warum Forschende sich für Pflanzen interessieren, deren Inhaltsstoffe möglicherweise mit Entzündungs-, Muskel- oder Schmerzmechanismen interagieren.
Interessant für die Forschung bedeutet allerdings noch lange nicht nachgewiesen wirksam.
Kamillentee bei Regelschmerzen
Kamille hat ernst zu nehmende Kuscheltee-Qualitäten. Wahrscheinlich ist sie eher als der Tee bekannt, den Oma empfiehlt, wenn du nicht schlafen kannst. Aber auch im Zusammenhang mit primärer Dysmenorrhoe wurde Kamille wissenschaftlich untersucht.
Eine systematische Auswertung klinischer Studien berichtete über interessante Ergebnisse zu Kamillenpräparaten und Menstruationsschmerzen. Allerdings unterschieden sich die Studien sowohl in ihrem Aufbau als auch darin, wie die Kamille zubereitet und eingenommen wurde.
Und genau dieser Unterschied ist wichtig.
Eine Studie mit einer bestimmten Dosierung oder Zubereitungsform beweist nicht automatisch, dass eine ganz normale Tasse Kamillentee Regelschmerzen lindert. Die Stärke des Aufgusses, die verwendete Menge und die Konzentration bestimmter Pflanzenstoffe können erheblich variieren.
Unser Fazit: Kamille wurde im Zusammenhang mit primärer Dysmenorrhoe untersucht, und es gibt interessante Forschungsergebnisse. Das ist jedoch nicht dasselbe wie der Nachweis, dass gewöhnlicher Kamillentee Regelschmerzen behandelt.
Wenn Kamillentee für dich ohnehin einer Umarmung in Tassenform gleichkommt, werden wir dir das allerdings ganz sicher nicht ausreden.
Ingwertee bei Regelschmerzen
Von den Pflanzen auf dieser Liste gehört Ingwer zu den wissenschaftlich besonders interessanten Kandidaten.
Systematische Reviews und Metaanalysen zu bestimmten Ingwerpräparaten bei primärer Dysmenorrhoe berichteten in einigen Untersuchungen über geringere Schmerzen im Vergleich zu Placebo. Forschende weisen jedoch auch auf wichtige Einschränkungen hin, darunter unterschiedliche Präparate und Dosierungen, Unterschiede zwischen den Studien, ein mögliches Verzerrungsrisiko und begrenzte Sicherheitsdaten.
Bevor wir jetzt kollektiv mehrere Kilo Ingwer bestellen, kommt allerdings noch ein Haken.
Forschung zu oral eingenommenen Ingwerpräparaten ist nicht automatisch Forschung zu Ingwertee. Eine Studie, in der eine genau definierte Menge Ingwerpulver oder eine Kapsel verwendet wurde, kann uns nicht sagen, dass ein paar Scheiben frischer Ingwer in heißem Wasser dieselbe Wirkung haben.
Auch die Verbraucherzentrale weist grundsätzlich darauf hin, dass Studien für gesundheitsbezogene Aussagen das tatsächlich beworbene Produkt betreffen sollten und Ergebnisse zu einzelnen Inhaltsstoffen nicht ohne Weiteres auf ein Produkt übertragen werden können.
Unser Fazit: Ingwer gehört zu den besser untersuchten Pflanzen im Zusammenhang mit primärer Dysmenorrhoe. Ergebnisse zu bestimmten oral eingenommenen Ingwerpräparaten sind jedoch kein Beweis dafür, dass Ingwertee selbst Regelschmerzen lindert.
Herrlich würzig? Ja.
Klinisch nachgewiesener Tee gegen Regelschmerzen? Das wäre eine deutlich größere Behauptung.
Fencheltee bei Regelschmerzen
Fenchel gehört ebenfalls in diese Runde, denn auch er wurde im Zusammenhang mit primärer Dysmenorrhoe untersucht.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben sich mit verschiedenen Fenchelpräparaten bei Menstruationsschmerzen beschäftigt, und systematische Reviews deuten auf potenziell interessante Ergebnisse hin. Allerdings weisen die vorhandenen Studien Einschränkungen auf. Außerdem können die untersuchten Präparate erheblich von dem Fencheltee abweichen, der bei dir im Küchenschrank steht.
Auch hier gilt:
„Fenchel wurde wissenschaftlich untersucht“ und „Fencheltee ist ein nachgewiesenes Mittel gegen Regelschmerzen“ sind zwei völlig unterschiedliche Aussagen.
Die erste ist vertretbar.
Die zweite geht über die vorhandene Evidenz hinaus.
Unser Fazit: Fenchel ist ein interessantes Forschungsgebiet im Zusammenhang mit primärer Dysmenorrhoe. Für klare Aussagen über gewöhnliche Fenchelaufgüsse ist jedoch bessere und spezifischere Evidenz erforderlich.
Pfefferminztee bei Regelschmerzen
Pfefferminze taucht erstaunlich häufig auf Listen mit den angeblich „besten Tees gegen Regelschmerzen“ auf. Aber auch hier müssen wir wieder die ziemlich unsexy Frage stellen: Was genau wurde eigentlich untersucht?
Einige Studien haben Pfefferminzpräparate, darunter auch Extrakte, im Zusammenhang mit Dysmenorrhoe untersucht. Konzentrierte Extrakte können jedoch völlig andere Mengen bestimmter Pflanzenbestandteile enthalten als ein normaler Kräuteraufguss.
Ergebnisse zu einem Pfefferminzextrakt lassen sich deshalb nicht einfach auf Pfefferminztee übertragen.
Unser Fazit: Pfefferminzpräparate wurden im Zusammenhang mit Dysmenorrhoe untersucht. Die Evidenz speziell für Pfefferminztee bei Regelschmerzen ist jedoch begrenzt.
Himbeerblättertee bei Regelschmerzen
Himbeerblätter werden seit Generationen mit reproduktiver Gesundheit in Verbindung gebracht. Entsprechend haben sich im Laufe der Zeit ungefähr siebzehn Tonnen Überlieferungen angesammelt.
Hier gibt es tatsächlich einen interessanten europäischen regulatorischen Aspekt.
Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat bestimmte Himbeerblätter-Zubereitungen hinsichtlich ihrer traditionellen medizinischen Verwendung bewertet. Für bestimmte Zubereitungen erkennt der HMPC auf Basis der langjährigen traditionellen Anwendung eine Verwendung bei leichten Krämpfen während der Menstruation an. Entscheidend ist jedoch: Diese Einschätzung beruht auf langjähriger traditioneller Anwendung und nicht auf überzeugenden klinischen Wirksamkeitsnachweisen.
Dieser Unterschied ist wichtig.
Traditionell verwendet ist nicht dasselbe wie klinisch nachgewiesen.
Außerdem sollte daraus nicht geschlossen werden, dass jeder Himbeerblättertee oder jedes Nahrungsergänzungsmittel mit Himbeerblättern mit den spezifischen Zubereitungen gleichzusetzen ist, die im Rahmen einer Bewertung pflanzlicher Arzneimittel untersucht wurden.
Unser Fazit: Himbeerblätter haben eine lange Geschichte der traditionellen medizinischen Verwendung im Zusammenhang mit der Menstruation. Die klinische Evidenz bleibt jedoch begrenzt.
Und was ist mit Schafgarbe, Frauenmantel und Melisse?
Wer erst einmal im Kräutertee-Kaninchenbau verschwunden ist, begegnet schnell noch einer ganzen Reihe weiterer Pflanzen, die traditionell mit der Periode in Verbindung gebracht werden. Drei davon sind Schafgarbe, Frauenmantel und Melisse.
Schafgarbe (Achillea millefolium) hat eine lange Geschichte in der traditionellen Pflanzenheilkunde und wurde auch im Zusammenhang mit primärer Dysmenorrhoe wissenschaftlich untersucht. Die Evidenz ist jedoch begrenzt, und Ergebnisse zu bestimmten Präparaten lassen sich nicht automatisch auf Schafgarbentee im Allgemeinen übertragen.
Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) ist eine weitere Pflanze, die in der traditionellen europäischen Kräuterkunde seit Langem mit Frauengesundheit in Verbindung gebracht wird. Trotz dieser Tradition fehlen hochwertige klinische Belege dafür, dass Frauenmanteltee Regelschmerzen reduziert.
Auch Melisse (Melissa officinalis) wurde für verschiedene Anwendungsbereiche untersucht, darunter in einigen Forschungsarbeiten auch Menstruationsbeschwerden. Aber wieder gilt: Zubereitung, Konzentration und Qualität der jeweiligen Studie sind entscheidend. Von „Melisse wurde wissenschaftlich untersucht“ zu „Melissentee behandelt Regelschmerzen“ wäre es ein ziemlich großer Sprung.
Ja, uns ist bewusst, dass wir langsam zu dieser nervigen Person auf der Kräutertee-Party werden, die ständig nach der Methodik fragt.
Damit können wir leben.
Fünf bekannte Kräuter, ein ziemlich passend benannter Tee
Ingwer, Schafgarbe, Kamille, Frauenmantel und Melisse sind übrigens genau die fünf Kräuter, die wir in Beavidas F the Pain Kräutertee zusammengebracht haben.
Der Name bringt ziemlich gut auf den Punkt, was viele von uns denken, wenn die Periode einsetzt. Er ist allerdings kein Versprechen, dass eine Tasse Tee Regelschmerzen verschwinden lässt.
Wir haben F the Pain als Kräutermischung für dein persönliches Tee-Ritual während der Periode entwickelt. Darin treffen Pflanzen mit einer langen Geschichte traditioneller Verwendung auf Zutaten, zu denen teilweise auch wissenschaftlich geforscht wird.
Dieser Unterschied ist uns wichtig. Wir können traditionelle Kräuterkunde spannend finden, uns anschauen, was die moderne Forschung dazu sagt, und gleichzeitig einen verdammt guten Tee zusammenstellen, ohne aus vorläufigen Forschungsergebnissen medizinische Versprechen zu machen.
Denn bei Lebensmitteln gelten in der EU strenge Regeln für gesundheitsbezogene Angaben. Gesundheitsbezogene Aussagen müssen grundsätzlich zugelassen sein, und Lebensmitteln dürfen keine Eigenschaften zur Vorbeugung, Behandlung oder Heilung von Krankheiten zugeschrieben werden.
Wenn dein Periodenritual also aus Wärmflasche, deiner weichsten Jogginghose, dem Absagen sämtlicher irgendwie absagbarer Termine und einer dampfenden Tasse in Reichweite besteht:
Meet F the Pain.
Deine Gebärmutter kann schlechte Laune haben.
Dein Tee muss es nicht.
Fehlende Evidenz ist nicht dasselbe wie ein Beweis für fehlende Wirkung
Hier fehlt noch ein wichtiger Teil des Gesamtbildes.
Frauengesundheit wurde historisch in vielen Bereichen unzureichend erforscht. Das betrifft Erkrankungen, von denen Frauen überproportional betroffen sind, ebenso wie Unterschiede bei Symptomen, Diagnostik und Behandlung. Menstruationsgesundheit bildet da keine Ausnahme.
Gleichzeitig wurden viele traditionelle pflanzliche Anwendungen schlicht nie in den großen, gut finanzierten klinischen Studien untersucht, wie sie für Arzneimittel üblich sind.
Daraus ergibt sich ein wichtiger Unterschied:
Ein Mangel an hochwertiger Evidenz bedeutet nicht automatisch, dass nachgewiesen wurde, dass etwas nicht wirkt.
Manchmal bedeutet es genau das, was es bedeutet: Wir haben nicht genügend gute Forschung, um es zu wissen.
Das heißt allerdings auch nicht, dass jedes traditionelle Mittel funktioniert. Jahrhunderte der Anwendung ersetzen keine gut konzipierte klinische Studie. Und „natürlich“ bedeutet ganz sicher weder „garantiert wirksam“ noch „risikofrei“.
Deine persönliche Erfahrung darf trotzdem eine Rolle spielen. Wenn du einen bestimmten Kräutertee als angenehm empfindest oder er zu einem liebgewonnenen Teil deiner Periodenroutine geworden ist, macht die fehlende klinische Evidenz dieses Erlebnis nicht weniger real.
Sie bedeutet lediglich, dass die Wissenschaft derzeit nicht zuverlässig sagen kann, ob der Tee selbst einen bestimmten therapeutischen Effekt hervorruft, wie groß dieser wäre oder ob andere Menschen dieselbe Erfahrung machen würden.
Kurz gesagt:
„Nicht nachgewiesen“ und „nachweislich wirkungslos“ sind nicht dasselbe.
Und wenn es um Perioden und traditionelle Pflanzenkunde geht, könnten wir definitiv mehr gute Forschung gebrauchen.
Also: Welcher Tee ist der beste bei Regelschmerzen?
Wir wissen es.
Du bist bis hierher gekommen und wolltest eigentlich einen Gewinner.
Aber einen besten Tee gegen Regelschmerzen zu küren, würde über die aktuelle Evidenz hinausgehen.
Es gibt Forschung zu Heilpflanzen im Zusammenhang mit primärer Dysmenorrhoe, darunter Untersuchungen zu Ingwer, Kamille, Fenchel und anderen Pflanzen. Reviews weisen jedoch immer wieder auf Einschränkungen hin: kleine Studien, unterschiedliche Präparate und Dosierungen, verschiedene Studiendesigns und eine insgesamt uneinheitliche Evidenzqualität.
Und dann gibt es noch ein besonders wichtiges Problem, das bei Online-Artikeln über pflanzliche Mittel immer wieder auftaucht:
Die Zutat wird mit dem Produkt verwechselt.
Nehmen wir an, Forschende untersuchen eine genau definierte Dosis eines bestimmten Ingwerpräparats.
Das bedeutet nicht:
untersuchtes Ingwerpräparat = Ingwerteebeutel = selbst gemachter Ingweraufguss = jedes Produkt mit Ingwer.
Dasselbe gilt für Extrakte, Pulver, Kapseln, ätherische Öle und konzentrierte pflanzliche Arzneimittel.
Wie eine Pflanze verarbeitet wird, welche Menge verwendet wird und wie sie eingenommen wird, kann erheblich beeinflussen, was am Ende tatsächlich im jeweiligen Präparat steckt. Genau deshalb weist auch die Verbraucherzentrale darauf hin, dass Studien zu einzelnen Inhaltsstoffen nicht automatisch die Wirkung eines gesamten Produkts belegen.
Wenn du also das nächste Mal liest:
„Die Wissenschaft beweist, dass dieses Kraut gegen Regelschmerzen wirkt!“
... lohnt sich eine herrlich unsexy, aber ziemlich wichtige Frage:
Was genau wurde in der Studie untersucht?
Kräutertee bei Regelschmerzen: Was bedeutet das jetzt für deine Tasse?
Kräutertee kann Teil deiner Periodenroutine sein, ohne dass wir so tun müssen, als wäre er ein Medikament.
Vielleicht magst du Kamille wegen ihres milden, blumigen Geschmacks. Frischer Ingwer ergibt einen angenehm würzigen Aufguss. Fenchel hat seinen unverkennbar süßlichen, anisartigen Charakter. Melisse bringt eine leichtere Kräuternote mit, während Pflanzen wie Schafgarbe, Himbeerblätter und Frauenmantel eine lange Geschichte in der traditionellen Pflanzenkunde haben.
Und ganz ehrlich: Es spricht nichts dagegen, dir eine gemütliche Tasse Tee zu machen, wenn deine Gebärmutter sich für Gewalt entschieden hat.
Wir unterscheiden nur lieber zwischen Wohlbefinden, Tradition und sich entwickelnder Forschung auf der einen Seite und der Behauptung, ein bestimmter Tee könne Regelschmerzen behandeln, auf der anderen.
Wenn deine Regelschmerzen sehr stark sind, plötzlich schlimmer werden, deinen Alltag regelmäßig erheblich beeinträchtigen oder zusammen mit anderen Beschwerden auftreten, die dir Sorgen machen, solltest du sie ärztlich abklären lassen. Auch das IQWiG empfiehlt bei sehr starken oder zunehmend stärkeren Regelschmerzen eine ärztliche Abklärung.
Fazit: Tee bei Regelschmerzen
Wer nach Tee bei Regelschmerzen sucht, wird immer wieder auf Kamille, Ingwer, Fenchel, Pfefferminze und Himbeerblätter stoßen. Dazu kommen traditionell verwendete Kräuter wie Schafgarbe, Frauenmantel und Melisse.
Zu einigen dieser Pflanzen gibt es wissenschaftliche Untersuchungen. Die Evidenz unterscheidet sich jedoch erheblich zwischen den einzelnen Zutaten und Zubereitungsformen. Dass eine Pflanze wissenschaftlich untersucht wurde, beweist nicht automatisch, dass sie als Tee getrunken Menstruationsschmerzen lindert.
Statt also den einen wundersamen „besten Tee gegen Regelschmerzen“ auszurufen, würden wir es lieber so formulieren:
Trink einen Kräutertee, weil du ihn gerne trinkst.
Entdecke die Pflanzen und ihre Traditionen.
Sei neugierig auf die Wissenschaft.
Und sei skeptisch, wenn dir jemand verspricht, dass ein magischer Teebeutel deine Gebärmutter wieder auf Linie bringt.
Wenn du lieber eine fertige Mischung möchtest, statt deine Küche in ein botanisches Kleinstlabor zu verwandeln, kombiniert F the Pain Ingwer, Schafgarbe, Kamille, Frauenmantel und Melisse in einer ziemlich passend benannten Tasse.
Periode im Anmarsch. Wasserkocher an.
Quellen & weiterführende Informationen
- Moshfeghinia R, Salmanpour N, Ghoshouni H, et al. (2024). Ginger for Pain Management in Primary Dysmenorrhea: A Systematic Review and Meta-Analysis. Journal of Integrative and Complementary Medicine, 30(11), 1016–1030. DOI: 10.1089/jicm.2023.0799
- Xu Y, Yang Q, Wang X. (2020). Efficacy of herbal medicine (cinnamon/fennel/ginger) for primary dysmenorrhea: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Journal of International Medical Research, 48(6). https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0300060520936179
- Lee HW, Ang L, Lee MS, Alimoradi Z, Kim E. (2020). Fennel for Reducing Pain in Primary Dysmenorrhea: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Nutrients, 12(11), 3438. DOI: 10.3390/nu12113438
- Masoumi SZ, Asl HR, Poorolajal J, Panah MH, Oliaei SR. (2016). Evaluation of mint efficacy regarding dysmenorrhea in comparison with mefenamic acid: A double blinded randomized crossover study. Iranian Journal of Nursing and Midwifery Research, 21(4), 363–367. PMID: 27563318
- Pellow J, Nienhuis C. (2018). Medicinal plants for primary dysmenorrhoea: A systematic review. Complementary Therapies in Medicine, 37, 13–26. DOI: 10.1016/j.ctim.2018.01.001
- Mirabi P, Dolatian M, Mojab F, Majd HA. (2014). Effects of medicinal herbs on primary dysmenorrhoea: a systematic review. Iranian Journal of Pharmaceutical Research, 13(3), 757–767. PMID: 25276177
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC). Rubi idaei folium, Bewertung und Monografie zu Himbeerblättern. https://www.ema.europa.eu/de/medicines/herbal/rubi-idaei-folium
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Regelschmerzen. Eine gute deutschsprachige Übersicht zu Dysmenorrhoe, möglichen Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. Gesundheitsinformation.de: Regelschmerzen
- Verbraucherzentrale: Lebensmittel mit Gesundheitsversprechen. Hintergrundinformationen zur Health-Claims-Verordnung und zu den Voraussetzungen für gesundheitsbezogene Angaben bei Lebensmitteln. Verbraucherzentrale: Lebensmittel mit Gesundheitsversprechen
- Verbraucherzentrale: Welchen Studien kann man vertrauen? Erläutert unter anderem, warum Untersuchungen zu einzelnen Inhaltsstoffen nicht ohne Weiteres als Wirksamkeitsnachweis für ein konkretes Produkt dienen können. Verbraucherzentrale: Welchen Studien kann man vertrauen?
Ein Hinweis zur Studienlage
Die in diesem Artikel erwähnte Forschung kann sich auf bestimmte Pflanzenextrakte, Pulver, Kapseln, Dosierungen oder andere Zubereitungsformen beziehen. Diese sind nicht zwangsläufig mit einem handelsüblichen Kräutertee oder einem selbst zubereiteten Aufguss vergleichbar.
Dass eine bestimmte Pflanze Gegenstand einer wissenschaftlichen Studie war, bedeutet außerdem nicht, dass jedes Produkt mit dieser Zutat nachweislich dieselbe Wirkung besitzt. Deshalb stellen wir weder F the Pain noch die darin enthaltenen Pflanzen als zugelassene Behandlung von Dysmenorrhoe oder Regelschmerzen dar.
Die Forschung zu Pflanzen wie Ingwer, Kamille, Fenchel, Pfefferminze, Schafgarbe und Melisse entwickelt sich weiter. Bei einigen traditionell verwendeten Pflanzen, darunter Frauenmantel, ist die belastbare klinische Evidenz speziell im Zusammenhang mit Regelschmerzen weiterhin begrenzt.